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Normen & RechtDIN 19643Normrevision 2023Anhang CParametermodellSchwimmbad

DIN 19643:2023 — Was hat sich wirklich geändert?

10. April 20262 Min. LesezeitVon BäderHygiene Team

Die DIN 19643 wurde im Juni 2023 grundlegend überarbeitet. Für viele Badbetreiber bringt die Neufassung Unsicherheit: Was muss jetzt anders gemacht werden? Gilt mein bisheriges Betriebstagebuch noch? Dieser Artikel beantwortet die wichtigsten Fragen.

Warum wurde DIN 19643 überarbeitet?

Die Vorgängerversion stammte aus dem Jahr 2012. Seitdem haben sich die Aufbereitungstechnologien, die Normenlandschaft und die Anforderungen der Gesundheitsämter erheblich verändert. Die Neufassung berücksichtigt insbesondere UV-Anlagen, Ozon-Verfahren und die neuen UBA-Empfehlungen von 2020.

Das dreistufige Parametermodell (Anhang C) — das wichtigste Novum

Das wichtigste Novum der Neufassung ist das dreistufige Parametermodell in Anhang C. Statt einer einheitlichen Messpflicht für alle Bäder unterscheidet das Modell drei Stufen:

Stufe 1 — Basisparameter, täglich:

  • pH-Wert (Grenzwert: 6,5–7,2)
  • Freies Chlor (0,3–0,6 mg/l)
  • Trübung (≤ 0,5 FTU)

Stufe 2 — Erweiterte Parameter:

  • Gebundenes Chlor (≤ 0,2 mg/l)
  • Redox-Potential (≥ 750 mV)
  • Wassertemperatur

Stufe 3 — Analytische Probenahmen:

  • Trihalogenmethane (THM)
  • Mikrobiologische Parameter
  • Desinfektionsnebenprodukte

Neue Messparameter und geänderte Grenzwerte

Die Grenzwerte für die Kernparameter (pH, Chlor) sind im Wesentlichen gleich geblieben. Neu ist die explizite Anforderung, das Redox-Potential als Steuerungsgröße zu erfassen und zu dokumentieren. Für Whirlpools und Sprudelbecken wurden eigenständige Abschnitte eingeführt.

Was ändert sich für das Betriebsbuch?

Das Betriebsbuch nach DIN 19643-1 muss nun die Zuordnung zum jeweiligen Parametermodell (Anhang C) enthalten. Badbetreiber müssen dokumentieren, welche Stufe sie anwenden — und warum.

Übergangsfristen

Formal gibt es keine gesetzliche Übergangsfrist. Die Norm gilt seit ihrer Veröffentlichung im Juni 2023. In der Praxis geben Gesundheitsämter eine Anpassungszeit — fragen Sie im Zweifel bei Ihrer zuständigen Behörde nach.

Praktische Umsetzung

  1. Parametermodell (Anhang C) prüfen: Welche Stufe gilt für Ihr Bad?
  2. Betriebstagebuch anpassen: Felder für die neuen Pflichtparameter ergänzen
  3. Messintervalle überprüfen: Entsprechen sie der neuen Norm?
  4. Mitarbeiter informieren: Kennen alle Bademeister die neuen Anforderungen?

Fazit: Warum digitale Dokumentation jetzt noch wichtiger wird

Die Neufassung macht die Dokumentation komplexer. Ein digitales System wie BäderHygiene, das direkt gegen die Grenzwerte der DIN 19643:2023 prüft, reduziert Fehler und Aufwand erheblich. Testen Sie den kostenlosen Becken-Compliance-Check — direkt mit den Grenzwerten der Neufassung.

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